OPTIONEN¶
Die folgenden Optionen werden verstanden:
--what=
Akzeptiert eine Doppelpunkt-getrennte Liste von einer
oder mehrerer zu unterdrückenden Aktionen: »shutdown«,
»sleep«, »idle«, »handle-power-key«,
»handle-reboot-key«, »handle-suspend-key«,
»handle-hibernate-key«, »handle-lid-switch« zum
Unterdrücken von Neustart/Ausschalten/Halten/Kexec/weichem Neustart,
Supendierung/Ruhen, der automatischen Leerlauferkennung bzw. dem
maschinennahen Umgang mit der Einschalt-/Neustart-/Schlaftaste und dem
Deckelschalter. Falls er fehlt, ist die Vorgabe
»idle:sleep:shutdown«.
--who=
Akzeptiert eine kurze, menschenlesbare beschreibende
Zeichenkette für das Programm, das diese Sperre setzt. Falls nicht
angegeben ist, ist die Vorgabe die Befehlszeilenzeichenkette.
--why=
Akzeptiert eine kurze, menschenlesbare beschreibende
Zeichenkette für den Grund für das Setzen der Sperre.
Standardmäßig »Unknown reason«.
--mode=
Akzeptiert entweder »block«,
»delay« oder »block-weak« und beschreibt, wie die
Sperre angewandt wird. Falls (die Vorgabe) »block« verwandt
wird, verhindert die Sperre jede der angeforderten Aktionen ohne
Zeitbeschränkung und nur privilegierte Benutzer dürfen sie
außer Kraft setzen. Der Unterdrückungssperrentyp
»block-weak« ähnelt »block«, wird aber bei
Aktionen, die von privilegierten Clients oder solchen, die dem Benutzer
gehören, dem auch die Unterdrückungssperre gehört, nicht
durchgesetzt. Falls »delay« verwandt wird, kann die Sperre nur
die angeforderten Aktionen für eine begrenzte Zeit verzögern.
Falls die Zeit abläuft, wird die Sperre ignoriert und die Aktion
ausgeführt. Die Zeitbeschränkung kann in
logind.conf(5)
angegeben werden. Beachten Sie, dass »delay« nur für
»sleep« und »shutdown« verfügbar ist.
--list
Listet alle aktiven Unterdrückungssperren auf,
statt welche zu erlangen. Dies kann mittels --what=, --who=,
--why= oder --mode= gefiltert werden.
--no-ask-password
Befragt den Benutzer nicht für Authentifizierung
für privilegierte Aktionen.
--no-pager
Leitet die Ausgabe nicht an ein Textanzeigeprogramm
weiter.
--no-legend
Gibt die Legende nicht aus, d.h. die Spaltenköpfe
und die Fußzeile mit Hinweisen.
--json=MODUS
Zeigt die Ausgabe als JSON formatiert. Erwartet entweder
»short« (für die kürzest mögliche Ausgabe
ohne unnötigen Leerraum oder Zeilenumbrüche),
»pretty« (für eine schönere Version der gleichen
Ausgabe, mit Einzügen und Zeilenumbrüchen) oder
»off« (um die JSON-Ausgabe auszuschalten, was die Vorgabe
ist).
-h, --help
Zeigt einen kurzen Hilfetext an und beendet das
Programm.
--version
Zeigt eine kurze Versionszeichenkette an und beendet das
Programm.
UMGEBUNGSVARIABLEN¶
$SYSTEMD_LOG_LEVEL
Die maximale Protokollierstufe für ausgegebene
Meldungen (Meldungen mit einer höheren Protokollierstufe, d.h. weniger
wichtige, werden unterdrückt). Akzeptiert eine Kommata-getrennte Liste
von Werten. Ein Wert kann einer der folgenden sein (in Reihenfolge
absteigender Bedeutung):
emerg,
alert,
crit,
err,
warning,
notice,
info,
debug oder eine Ganzzahl im
Bereich 0…7. Siehe
syslog(3) für weitere Informationen.
Jedem Wert kann optional eine Zeichenkette aus
console,
syslog,
kmsg oder
journal gefolgt von einem Doppelpunkt vorangestellt
werden, um die maximale Protokollierstufe für dieses spezielle
Protokollierziel zu setzen (d.h.
SYSTEMD_LOG_LEVEL=debug,console:info
legt fest, dass auf der Stufe »debug« protokolliert werden soll,
außer beim Protokollieren auf die Konsole, die auf Stufe
»info« erfolgen soll). Beachten Sie, dass die globale maximale
Protokollierstufe Priorität gegenüber jeder zielbezogenen
maximalen Protokollierstufe hat.
$SYSTEMD_LOG_COLOR
Ein logischer Wert. Falls true, werden auf das TTY
geschriebene Nachrichten gemäß ihrer Priorität
eingefärbt.
Diese Einstellung ist nur nützlich, falls die Nachrichten
direkt auf das Terminal geschrieben werden, da journalctl(1) und
andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen, selbständig Nachrichten
gemäß ihrer Protokollierungsstufe einfärben.
$SYSTEMD_LOG_TIME
Ein logischer Wert. Falls true, wird den
Protokollnachrichten der Konsole ein Zeitstempel vorangestellt.
Diese Einstellung ist nur nützlich, falls die Nachrichten
direkt auf das Terminal oder in eine Datei geschrieben werden, da
journalctl(1) und andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen,
selbständig Zeitstempel basierend auf ihren Metadaten den Nachrichten
anhängen.
$SYSTEMD_LOG_LOCATION
Ein logischer Wert. Falls true, wird den
Protokollnachrichten ein Dateiname und eine Zeilenummer in dem Quellcode, aus
dem die Nachrichten stammen, vorangestellt.
Beachten Sie, dass der Protokollierort sowieso oft als Metadaten
zu den Journal-Einträgen angehängt ist. Die Aufnahme in den
Nachrichtentext kann bei der Fehlersuche in Programmen dennoch praktisch
sein.
$SYSTEMD_LOG_TID
Ein logischer Wert. Falls true, wird den Nachrichten die
aktuelle numerische Thread-Kennung (TID) vorangestellt.
Beachten Sie, dass diese Informationen sowieso als Metadaten an
Journal-Einträge angehängt wird. Die Aufnahme direkt im
Nachrichtentext kann aber trotzdem bei der Fehlersuche in Programmen
praktisch sein.
$SYSTEMD_LOG_TARGET
Das Ziel für Protokolliernachrichten. Entweder
console (auf das angehängte TTY protokollieren),
console-prefixed (auf das angehängte TTY protokollieren, aber
die Protokollierstufe und »Einrichtung« voranstellen, siehe
syslog(3)),
kmsg (in den zirkulären
Kernel-Protokollpuffer protokollieren),
journal (in das Journal
protokollieren),
journal-or-kmsg (in das Journal protokollieren, falls
verfügbar, und andernfalls nach Kmsg),
auto (das geeignete
Protokollierziel automatisch ermitteln, die Vorgabe) oder
null (die
Protokollierung deaktivieren).
$SYSTEMD_LOG_RATELIMIT_KMSG
Ob Kmsg ratenlimitiert werden soll oder nicht. Akzeptiert
einen logischen Wert. Standardmäßig »true«. Falls
deaktiviert, wird Systemd die nach Kmsg geschriebenen Meldungen nicht
ratenlimitieren.
$SYSTEMD_PAGER, $PAGER
Zu verwendendes Textanzeigeprogramm, wenn
--no-pager nicht angegeben ist. Falls gesetzt, wird
$SYSTEMD_PAGER verwandt, andernfalls
$PAGER. setzt
$PAGER
außer Kraft. Falls weder
$SYSTEMD_PAGER noch
$PAGER
gesetzt sind, wird eine Reihe wohlbekannter Implementierungen von
Textanzeigeprogrammen der Reihe nach ausprobiert, einschließlich
less(1) und
more(1), bis eines gefunden wird. Falls keine
Implementierung eines Textanzeigeprogramms gefunden wird, wird keines
aufgerufen. Setzen dieser Umgebungsvariablen auf die leere Zeichenkette oder
den Wert »cat« ist äquivalent zur Übergabe von
--no-pager.
Beachten Sie: Falls $SYSTEMD_PAGERSECURE nicht gesetzt ist,
können $SYSTEMD_PAGER und $PAGER nur zum Deaktivieren
des Seitenanzeigeprogramms (mit »cat« oder »«)
verwandt werden und werden ansonsten ignoriert.
$SYSTEMD_LESS
Setzt die an
less übergebenen Optionen
(standardmäßig »FRSXMK«) außer Kraft.
Benutzer könnten insbesondere zwei Optionen ändern
wollen:
K
Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, sich
sofort beim Druck von Strg-C zu beenden. Um
less die Handhabung von
Strg-C selbst zum Umschalten auf die Eingabeaufforderung zu erlauben, setzen
Sie diese Option zurück.
Falls der Wert von $SYSTEMD_LESS kein »K«
enthält und less das aufgerufene Textanzeigeprogramm ist, wird
Strg+C durch das Programm ignoriert und muss durch das Textanzeigeprogramm
selbst gehandhabt werden.
X
Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, keine
Termcap-Initialisierungs- und -Deinitalisierungszeichenketten an das Terminal
zu senden. Dies ist standardmäßig gesetzt, damit die Darstellung
von Befehlen selbst nach dem Beenden des Textanzeigeprogramms sichtbar bleibt.
Allerdings stehen dadurch einige Funktionen des Textanzeigeprogramms nicht zur
Verfügung; insbesondere ist das Scrollen in der Ausgabe mit der Maus
nicht möglich.
Beachten Sie, dass das Setzen der regulären
Umgebungsvariablen $LESS keine Auswirkungen auf die Ausführung
von less(1) durch systemd(1)-Werkzeuge hat.
Siehe less(1) für weitere Ausführungen.
$SYSTEMD_LESSCHARSET
Setzt den an
less zu übergebenden
Zeichensatz (standardmäßig »utf-8«, falls das
aufrufende Terminal als UTF-8-kompatibel erkannt wurde) außer Kraft.
Beachten Sie, dass das Setzen der regulären
Umgebungsvariablen $LESSCHARSET keine Auswirkungen auf die
Ausführungen von less(1) durch systemd(1)-Werkzeuge
hat.
$SYSTEMD_PAGERSECURE
Typische Seitenanzeigeprogramme wie
less(1)
unterstützen nebem dem seitenweisen Anzeigen (d.h. dem Durchlaufen der
Ausgabe) das Öffnen von oder Schreiben in andere Dateien und die
Ausführung von beliebigen Shell-Befehlen. Werden Befehle mit
erhöhten Berechtigungen, beispielsweise unter
sudo(8) oder
pkexec(1), aufgerufen, wird das Seitenanzeigeprogramm zur
Sicherheitsgrenze. Es muss darauf geachtet werden, dass nur Programme mit
streng begrenzter Funktionalität als Seitenanzeigeprogramm verwandt
werden und unerwünschte interaktive Funktionalitäten wie das
Öffnen oder Erstellen von neuen Dateien oder das Starten von
Subprozessen nicht erlaubt sind. Der »Sichere Modus« für
das Seitenanzeigeprogramm kann wie nachfolgend beschrieben aktiviert werden,
falls das Seitenanzeigeprogramm dies unterstützt (die meisten
Seitenanzeigeprogramme sind nicht so geschrieben, dass sie dies
berücksichtigen). Es wird empfohlen, den »Sicheren Modus«
explizit zu aktivieren oder das Seitenanzeigeprogramm komplett mittels
--no-pager oder
PAGER=cat zu deaktivieren, wenn nicht
vertrauenswürdigen Benutzern die Ausführung von Programmen mit
erhöhten Privilegien erlaubt wird.
Diese Option akzeptiert ein logisches Argument. Ist es auf
»true« gesetzt, wird der »Sichere Modus« des
Seitenanzeigeprogramms aktiviert. Im »Sicheren Modus« wird
LESSSECURE=1 beim Aufruf des Seitenanzeigeprogramms gesetzt. Dies
weist das Seiteanzeigeprogramm an, Befehle zum Öffnen oder Erstellen
von neuen Dateien sowie das Starten von Subprozessen zu deaktivieren.
Derzeit ist nur von less(1) bekannt, dass es diese Variable versteht
und den »Sicheren Modus« implementiert.
Ist diese Variable auf »false« gesetzt, unterliegt
das Seitenanzeigeprogramm keinen Beschränkungen. Setzen auf
SYSTEMD_PAGERSECURE=0 oder das Beibehalten der Variable von der
geerbten Umgebung könnte den Benutzern die Ausführung
beliebiger Befehle erlauben.
Ist $SYSTEMD_PAGERSECURE nicht gesetzt, versuchen die
Systemd-Werkzeuge automatisch herauszufinden, ob der »Sicheren
Modus« aktiviert werden soll und ob das Seitenanzeigeprogramm dies
unterstützt. Der »Sichere Modus« wird aktiviert, falls
die effektive UID nicht mit der UID des Eigentümers der
Anmeldesitzung übereinstimmt, siehe geteuid(2) und
sd_pid_get_owner_uid(3), oder wenn die Ausführung unter
Werkzeugen wie sudo(8) oder ähnlichem erfolgt
($SUDO_UID ist gesetzt [2]). In diesen Fällen wird
SYSTEMD_PAGERSECURE=1 gesetzt und Seitenanzeigeprogramme, von denen
nicht bekannt ist, dass sie den »Sicheren Modus«
unterstützen, werden überhaupt nicht verwandt. Beachten Sie,
dass diese automatische Erkennung nur die typischsten Mechanismen zur
Erlangung von Privilegien abdeckt und dem Komfort dient. Es wird empfohlen,
explizit $SYSTEMD_PAGERSECURE zu setzen oder das
Seitenanzeigeprogramm zu deaktivieren.
Beachten Sie, dass auch $SYSTEMD_PAGERSECURE gesetzt sein
muss, damit die Variablen $SYSTEMD_PAGER oder $PAGER
(außer zum Deaktivieren des Seitenanzeigeprogramms)
berücksichtigt werden.
$SYSTEMD_COLORS
Akzeptiert ein logisches Argument oder einen besonderen
Wert. Standardmäßig (nicht gesetzt) werden
systemd und
zugehörige Hilfswerkzeuge in ihrer Ausgabe Farben verwenden, falls dies
möglich ist. Falls
$COLORTERM auf »truecolor« oder
»24bit« gesetzt ist, werden 24-bit-Farben aktiviert, ansonsten
256 Farben, außer wenn
$NO_COLOR gesetzt ist oder
$TERM
anzeigt, dass Farben deaktiviert sind.
true
Identisch zu nicht gesetzt, außer dass
$NO_COLOR ignoriert wird.
false
Die Ausgabe erfolgt monochrom.
»16«, »256«, »24bit«
Verwendet immer die 16, 256 bzw.
24-bit-ANSI-Basisfarben.
»auto-16«, »auto-256«,
»auto-24bit«
Verwendet die angegebene Menge an Farben, abhängig
von $TERM und womit die Konsole verbunden ist.
$SYSTEMD_URLIFY
Dies muss ein logischer Wert sein. Er steuert, ob
anklickbare Links für Terminal-Emulatoren, die dies
unterstützen, erstellt werden sollen. Dies kann angegeben werden, um
die Entscheidung, die systemd basierend auf $TERM und anderen
Bedingungen trifft, außer Kraft zu setzen.