BEZEICHNUNG¶
systemd-imds, systemd-imds-import.service - Werkzeug für
Cloud IMDS (Instanzen-Metadaten-Dienst)
ÜBERSICHT¶
systemd-imds-import.service
systemd-imds [OPTIONEN…]
[SCHLÜSSEL]
BESCHREIBUNG¶
systemd-imds ist ein Werkzeug zum Erlangen von Daten aus
dem IMDS (Instanzen-Metadaten-Dienst), wie er von vielen Cloud-Umgebungen
bereitgestellt wird. Er ist ein Client für
systemd-imdsd@.service(8) und bietet Zugriff auf IMDS-Daten aus
Shell-Umgebungen.
Dieses Werkzeug kann in einem von fünf Modi agieren:
•Ohne positionsabhängige Argumente (und
ohne den Schalter --well-known=) werden allgemeine IMDS-Dienstedaten
und ein paar gut bekannte Felder in menschenfreundlicher Form
dargestellt.
•Mit einem positionsabhängigen Argument
(und ohne --well-known=) werden die vom angegebenen Schlüssel
referenzierten IMDS-Daten erlangt und in unverarbeiteter Form in die
Standardausgabe geschrieben. IMDS-Schlüssel sind Teil der
IMDS-Erlangungs-URL, die an die Basis-URL angehängt wird.
IMDS-Schlüssel müssen mit einem Schrägstrich
(»/«) anfangen. Beachten Sie, dass IMDS-Schlüssel
typischerweise implementierungsabhängig sind.
•Mit angegebener Option --well-known=
(Beschreibung siehe unten), wird das gut bekannte Feld in unverarbeiteter Form
in die Standardausgabe geschrieben. Das Konzept der gut bekannten Felder
abstrahiert IMDS-Implementierungsunterschiede auf eine Stufe und legt damit
eine vereinheitlichte Schnittstelle für IMDS-Felder offen, die
typischerweise auf vielen verschiedenen Implementierungen existiert, aber
unter implementierungsabhängigen Schlüsseln.
•Ist die (nachfolgend beschriebene) Option
--userdata angegeben, dann werden die mittels IMDS bereitgestellten
»userdata« in die Standardausgabe geschrieben. Intern ist dies
zu --well-known=userdata-base, --well-known=userdata oder
--well-known=userdata-base64 ähnlich. Jeder der drei wird (in
dieser Reihenfolge) ausprobiert und der erste verfügbare wird
zurückgeliefert. Für --well-known=userdata-base wird der
»systemd-userdata« Benutzerdateneintrag angefordert. Für
--well-known=userdata-base64 sind die zurückgelieferten Daten
automatisch Base64-dekodiert.
•Wenn die Option --import angegeben ist,
dann werden verschiedene gut bekannte und Benutzerdatenfelder in den lokalen
Zugangsberechtigungsspeicher importiert, wo sie dann zur Konfiguration und
Parametrisierung des Systems verwandt werden. Details hierzu finden Sie weiter
unten.
OPTIONEN UND BEFEHLE¶
--well-known=, -K
Akzeptiert entweder »hostname«,
»region«, »zone«, »ipv4-public«,
»ipv6-public«, »ssh-key«,
»userdata«, »userdata-base«,
»userdata-base64«. Erlangt ein bestimmtes, »gut
bekanntes« Feld vom IMDS. Viele dieser Felder werden normalerweise von
verschiedenen IMDS-Implementierungen unterstützt, aber typischerweise
gilt dies für einzelne Felder nicht. Beachten Sie, dass ein
zusätzlicher Unterschlüssel als positionsabhängiges
Argument angegeben werden sollte, falls
--well-known=userdata-base
verwandt wird. Dieser kodiert den bestimmten, zu erlangenden
Benutzerdateneintrag.
Hinzugefügt in Version 261.
--refresh=
Akzeptiert als Argument eine Zeit in Sekunden und zeigt
die benötigte »Frischheit« der Daten an, falls
Zwischenspeicherung verwandt wird.
Hinzugefügt in Version 261.
--cache=
Akzeptiert einen logischen Wert. Falls auf
»false« gesetzt, wird Zwischenspeicherung für IMDS
deaktiviert und die Daten werden immer frisch aus dem IMDS-Enpunkt erlangt.
Hinzugefügt in Version 261.
--userdata, -u
Erlangt die IMDS-Benutzerdaten der Instanz, falls
verfügbar. Details hierzu finden Sie weiter oben.
Hinzugefügt in Version 261.
--import
Erlangt IMDS-Daten und schreibt relevante Felder als
Zugangsberechtigungen nach /run/credstore/. Derzeit deckt dies folgendes ab:
•Falls die IMDS-Benutzerdaten ein gültiges
JSON-Objekt sind, das ein Feld
systemd.credentials (mit einem JSON-Feld
als Wert) enthält, wird es verarbeitet und beliebige in diesem Feld
aufgeführte Zugangsberechtigungen werden importiert. Jeder Feldeintrag
muss ein Feld
name haben, das den Zugangsberechtigungsnamen anzeigt. Es
darf über eines der Felder
text,
data oder
encrypted verfügen, das Zugangsberechtigungsdaten
enthält. Falls
text verwandt wird, muss der Wert den
Zugangsberechtigungswert wörtlich wiedergeben. Falls
data
verwandt wird, darf der Wert beliebige binäre Daten enthalten, die in
einer Base64-kodierten Zeichenkette enthalten sind. Falls
encrypted
verwandt wird, muss der Wert eine Base64-kodierte verschlüsselte
Zugangsberechtigung sein. Lesen Sie
systemd.system-credentials(7)
für Informationen über Zugangsberechtigungen, die auf diese Art
importiert werden können.
•Falls das gut bekannte Feld ssh-key
verfügbar ist, wird sein Wert in die Zugangsberechtigung
ssh.authorized_keys.root importiert.
•Falls das gut bekannte Feld hostname
verfügbar ist, wird sein Wert in die Zugangsberechtigung
firstboot.hostname importiert.
Dieser Befehl wird von systemd-imds-import.service beim
Systemstart aufgerufen.
Hinzugefügt in Version 261.
-h, --help
Zeigt einen kurzen Hilfetext an und beendet das
Programm.
--version
Zeigt eine kurze Versionszeichenkette an und beendet das
Programm.
EXIT-STATUS¶
Bei Erfolg wird 0 zurückgegeben, anderenfalls ein
Fehlercode ungleich Null.
ÜBERSETZUNG¶
Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von
Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.
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