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SYSTEMD-IMDSD@.SERVICE(8) systemd-imdsd@.service SYSTEMD-IMDSD@.SERVICE(8)

BEZEICHNUNG

systemd-imdsd@.service, systemd-imdsd, systemd-imdsd.socket, systemd-imdsd-early-network.service - Cloud-IMDS- (Instanzenmetadatendienst-) Client

ÜBERSICHT

systemd-imdsd@.service

systemd-imdsd.socket

systemd-imdsd-early-network.service

/usr/lib/systemd/systemd-imdsd

BESCHREIBUNG

systemd-imdsd@.service ist ein Systemdienst, der lokalen Zugriff auf die Funktionalität IMDS (Instanzenmetadatendienst oder äquivalent) bietet, wie sie von vielen öffentlichen Clouds bereitgestellt wird.

Der Dienst stellt eine Varlink-IPC-Schnittstelle über /run/systemd/io.systemd.InstanceMetadata bereit, um IMDS-Felder abzufragen.

systemd-imdsd-early-network.service ist ein Systemdienst, der eine systemd-networkd.service(8)-kompatible systemd.network(5)-Datei zur Konfiguration des Netzes in der frühen Systemstartphase erstellt, damit ein Kontakt zum IMDS-Endpunkt möglich ist.

Das Werkzeug systemd-imds(1) kann zur Abfrage von Informationen aus diesem Dienst verwandt werden.

KERNELBEFEHLSZEILENOPTIONEN

Der IMDS-Endpunkt wird typischerweise automatisch mittels hwdb(7)-Datensätzen bestimmt, kann aber auch mittels der Kernelbefehlszeile über die folgenden Optionen explizit konfiguriert werden:

systemd.imds.network=

Akzeptiert entweder »off«, »locked« oder »unlocked«. Steuert, ob und wie das Netz für IMDS-Endpunktzugriff eingerichtet werden soll. Sofern nicht auf »off« gesetzt, wird früher Systemstart-Netzzugriff aktiviert, womit sichergestellt wird, dass die IMDS-Endpunkte erreicht werden können. Falls auf »locked« gesetzt, ist direkter Zugriff auf den IMDS-Endpunkt durch normale, nicht privilegierte Prozesse mittels einer Route »prohibit« deaktiviert, so dass sämtlicher Zugriff über systemd-imdsd@.service oder die zugehörigen Werkzeuge erfolgen muss. Falls auf (die Vorgabe) »unlocked« gesetzt, wird diese Route »prohibit« nicht erstellt und normale, nicht privilegierte Prozesse können IMDS direkt kontaktieren.

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.vendor=

Eine kurze Zeichenkette, die den Cloud-Anbieter identifiziert.

Beispiel:

systemd.imds.vendor=foobarcloud

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.token_url=

Falls zur Kontaktierung des IMDS-Dienstes ein Überbringermerkmal erlangt werden muss, ist dies die URL, von dem dieses erlangt wird.

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.refresh_header_name=

Akzeptiert einen HTTP-Kopfzeilen-Feldnamen (ohne den »:«), der das Kopfzeilenfeld für die Übergabe des TTL-Wertes (in Sekunden) an den HTTP-Server definiert, wenn ein Merkmal erlangt wird. Gilt nur, wenn auch systemd.imds.token_url= gesetzt ist.

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.data_url=

Akzeptiert die Basis-URL, von der die IMDS-Daten erlangt werden sollen (der IMDS-»Endpunkt«). Alle Datenfelder werden von unterhalb dieser URL erlangt. Diese URL sollte typischerweise nicht auf »/« enden.

Die Daten-URLs werden aus dieser Basis-URL, dem IMDS-»Schlüssel« und der nachfolgend mittels systemd.imds.data_url_suffix= konfigurierten Endung zusammengesetzt. Gut bekannte IMDS-»Schlüssel« können mit den nachfolgenden Optionen systemd.imds.key=* konfiguriert werden.

Beispiel:

systemd.imds.data_url=http://169.254.169.254/metadata

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.data_url_suffix=

Falls angegeben, wird dieses Feld an das Ende der Daten-URL angehängt (nachdem der IMDS-»Schlüssel« an die Datenbasis-URL angehängt wurde), siehe oben.

Beispiel:

systemd.imds.data_url_suffix=?api-version=2025-04-07&format=text

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.token_header_name=

Akzeptiert einen HTTP-Kopfzeilenfeldnamen (ohne den »:«), der das Kopfzeilenfeld deklariert, indem das von der Merkmal-URL erlangte Überbringermerkmal hereingegeben wird (siehe oben). Gilt nur, wenn auch systemd.imds.token_url= gesetzt ist.

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.extra_header=

Akzeptiert einen vollständigen HTTP-Kopfzeilenausdruck (sowohl Feldname als auch Wert, getrennt durch einen Doppelpunkt »:«), der bei der Anforderung von Daten vom HTTP-Server übergeben wird. Kann mehrfach verwandt werden, um mehrere Kopfzeilen zu setzen.

Beispiel:

systemd.imds.extra_header=Metadata:true

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.address_ipv4=

Konfiguriert die IPv4-Adresse des IMDS-Endpunktes, zu dem er verbunden ist. Dies sollte typischerweise die IP-Adresse sein, die auch mittels systemd.imds.data_url= konfiguriert ist (falls IPv4 verwandt wird) und wird zur Einrichtung des Routings verwandt.

Beispiel:

systemd.imds.address_ipv4=169.254.169.254

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.address_ipv6=

Konfiguriert die IPv6-Adresse des IMDS-Endpunktes, zu dem er verbunden ist. Dies sollte typischerweise die IP-Adresse sein, die auch mittels systemd.imds.data_url= konfiguriert ist (falls IPv6 verwandt wird) und wird zur Einrichtung des Routings verwandt.

Hinzugefügt in Version 261.

systemd.imds.key.hostname=, systemd.imds.key.region=, systemd.imds.key.zone=, systemd.imds.key.ipv4_public=, systemd.imds.key.ipv6_public=, systemd.imds.key.ssh_key=, systemd.imds.key.userdata=, systemd.imds.key.userdata_base=, systemd.imds.key.userdata_base64=

Konfiguriert Zeichenketten, die an die Daten-Basis-URL angehängt werden sollen (siehe oben), um Daten für verschiedene »gut bekannte« Felder zu erlangen. Diese Zeichenketten müssen mit einem »/« beginnen. Sie sollten die relevanten Daten als einfachen Text zurückliefern.

Ein besonderer Fall sind die drei »userdata«-Schlüssel: die Option systemd.imds.key.userdata_base= sollte verwandt werden, falls der IMDS-Dienst das Konzept von mehrfachen Benutzerdatenfelder kennt und ein Feldkennzeichner daher weiterhin an die Benutzerdatenbasis-URL angehängt werden muss. Die Option systemd.imds.key.userdata= sollte nur verwandt werden, falls nur ein einzelnes Benutzerdatenfeld unterstützt wird. Die Option systemd.imds.key.userdata_base64= sollte in dem gleichen Fall verwandt werden, aber nur, falls das Benutzerdatenfeld in Base64 kodiert ist.

Beispiel:

systemd.imds.key.hostname=/instance/compute/osProfile/computerName

Hinzugefügt in Version 261.

ZUGANGSBERECHTIGUNGEN

systemd-imdsd@.service unterstützt die Dienste-Zugangsberechtigungslogik, wie sie durch ImportCredential=/LoadCredential=/SetCredential= implementiert wird (Details finden Sie in systemd.exec(5)). Die folgenden Zugangsberechtigungen werden verwandt, wenn sie hereingereicht werden:

imds.vendor, imds.vendor_token, imds.refresh_header_name, imds.data_url, imds.data_url_suffix, imds.token_header_name, imds.extra_header, imds.extra_header2, imds.extra_header3, imds.extra_header..., imds.address_ipv4, imds.address_ipv6, imds.key_hostname, imds.key_region, imds.key_zone, imds.key_ipv4_public, imds.key_ipv6_public, imds.key_ssh_key, imds.key_userdata, imds.key_userdata_base, imds.key_userdata_base64

Die verschiedenen IMDS-Endpunktparameter. Die Semantik ist sehr nahe zu denen, die über die Kernelbefehlszeile konfiguriert werden; weiter oben finden Sie die Übereinstimmungsliste.

Hinzugefügt in Version 261.

SIEHE AUCH

systemd(1), systemd-imds(1), systemd-imds-generator(8), systemd-networkd.service(8)

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.

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systemd 262.1